Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

The House of the Dead / The Forgiveness The House of the Dead / The Forgiveness
  • Sa 31.10. 22:00
    die naTo

The House of the Dead / The Forgiveness

Im Festival DOK Leipzig 2009

89 min

DOK LEIPZIG 2009 // Internationales Programm Dok

The House of the Dead (A Casa dos Mortos)
R: Debora Diniz, Brasilien 2009, 24 min
Portugisische OF mit englischen UT
Man stelle sich das menschliche Gehirn als eine Festplatte vor, die von einem Virus befallen ist und auf die einfache Frage "Wer bist Du?" mit dem Satz antwortet: "Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika." Das ist kein Witz, sondern das Ergebnis bizarrer Verknotungen und elektrischer Entladungen in Almerindos Hirn, 62 Jahre alt, seit 25 Jahren in Sicherheitsverwahrung in der psychiatrischen Abteilung des Staatsgefängnisses von Salvador, Bahia in Brasilien. Er wird hier sterben, bemerkt seine Ärztin lakonisch. So wie Jaime gestorben ist, ein vielfacher Mörder, der sich, fünf Tage nachdem er vor der Kamera für diesen Film gesprochen hat, in seiner Zelle das Leben nahm. Die Insassen nennen diesen Ort "das Haus der Toten", denn sie wissen, dass kaum einer von ihnen jemals wieder zu den Lebenden außerhalb der Mauern zurückkehren wird. "Das Haus der Toten" ist auch der Titel eines Gedichts, das Bubu, der zwölf Zwangseinweisungen hinter sich hat, verfasste und an dessen szenischer Aufteilung sich der Film orientiert. Ein Ultimatum sei sein Gedicht, verkündet Bubu am Ende des Films. Doch an wen gerichtet? Die Gesellschaft draußen jedenfalls hat genug damit zu tun, nicht im Irrsinn ihres Alltags zu versinken. Für den klinischen Wahnsinn bleibt da nur der massenhafte Einsatz von Valium.

The Forgiveness (El perdón)
R: Ventura Durall, Spanien 2009, 65 min
spanisch/Katalan OF mit englischen UT
1994 erschoss der 20-jährige Andrés Rabadán seinen Vater mit einer Armbrust. Er stellte sich noch am selben Tag der Polizei. Im Verhör erklärte er, er sei auch verantwortlich für das Entgleisen dreier Züge, deren Schienen er gelöst habe. Eine Erklärung für seine Taten gab er nicht. Für das Gericht litt Andrés an paranoider Schizophrenie. Es erklärte ihn für nicht schuldig und verurteilte ihn zu 20 Jahren Haft in einer Gefängnispsychiatrie.
Nach mehreren gescheiterten Selbstmordversuchen versucht Andrés, sich mit Hilfe von Zeichnungen der Vergangenheit zu stellen und mit seinen Ängsten umzugehen. Er schrieb zwei Bücher über das Leben als Gefangener und lernte seine spätere Frau, eine Krankenschwester, kennen. Auch wenn er laut psychiatrischer Gutachten als geheilt gilt, sitzt er noch immer in der geschlossenen Psychiatrie.
Der Regisseur arrangiert die Geschichte wie einen Thriller. Er nähert sich Stück für Stück der Vorgeschichte, den Umständen in der Familie, die Andrés zum Saboteur und Mörder werden ließen: der Selbstmord der Mutter, der dominante und brutale Vater, ein zerbrochenes Zuhause. Im Gerichtsverfahren wurde davon nichts bekannt. Und auch nicht das Geheimnis, das er und seine ältere Schwester seit mehr als 15 Jahre teilten. Vor der Kamera spricht sie das erste Mal darüber, und der Fall bekommt eine ganz neue Dimension

Lief zuletzt im Oktober 2009