Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

A Blooming Business / A Place without People A Blooming Business / A Place without People
  • Mi 28.10. 22:00
    die naTo

A Blooming Business / A Place without People

Im Festival DOK Leipzig 2009

OmeU, 104 min

DOK LEIPZIG 2009 // Internationales Programm Dok

A Blooming Business
(A Blooming Business)
R: Ton van Zantvoort, NL 2009, 52 min, engl. UT
Für uns Normalbürger stammen die lieblichen Blumen, die unser Heim schmücken, aus einem großen Garten. Auch wenn ich sie im Supermarkt kaufe. Garten ist irgendwie immer. Irrtum! Es existieren keine glückliche Kühe und kein Garten. Nur Industrie. In diesem Fall – Blumenanbauindustrie. Wie in Kenia, wohin uns der Film A BLOOMING BUSINESS führt, um uns vor Augen zu halten, unter welchen mörderischen Bedingungen Globalisierung im Einzelnen funktioniert. In Kenia bildet der Anbau und Export von Blumen für den europäischen Markt einen wichtigen Devisenbringer. Aber zu welchen Kosten! Davon erzählt Jane, eine alleinstehende Mutter von drei Kindern, die von 7 Uhr morgens bis spät in die Nacht schuftet und mit dem Vorarbeiter schlafen muss, will sie ihren Job behalten. Oder Agnes, die gefeuert wurde, nachdem die Chemikalien der Pflanzenschutzmittel ihr Gesicht zerfressen haben. Oder Oskar, der Widerrede gab, ebenfalls gefeuert wurde und seitdem als Wasserverkäufer lebt. Aber das Wasser, das er verkauft, ist vergiftet, denn es stammt aus einem See, in den 67 Blumenfarmen ihr Brauchwasser ungefiltert entsorgen. Überhaupt Wasser. Jede Rose verbraucht pro Tag 1,5 Liter davon. Weshalb der Wasserspiegel des Sees sinkt, der Fischbestand schrumpft und Kennedy seine Miete nicht mehr bezahlen kann. Und, und, und ... Ein Zyniker ist ein Mensch, der nach dem Sarg Ausschau hält, wenn er Blumen sieht. Nach diesem Film erst Recht.


A Place Without People
R: Andreas Apostolides, Griechenland 2009, 52 min, engl. UT
Wem gehört eigentlich das Paradies? Ende der 1950er-Jahre wurden viele der weltberühmten ostafrikanischen Nationalparks und Naturreservate gegründet. Den Lebensraum der wilden Tiere unter Schutz zu stellen bedeutete gleichzeitig, die Rechte der einheimischen Massai und anderer Volksgruppen, die bereits seit über 3.000 Jahren in diesen Gebieten siedelten und das ökologische Gleichgewicht aufrecht erhielten, massiv zu beschneiden. Die Bewohner wurden in großem Stil vertrieben und durften ihr Land nicht mehr betreten – eine Situation, die bis heute anhält.
Für wohlmeinende Laien aus den Industrieländern steht außer Frage, dass Nationalparks oder Biosphärenreservate, wie zum Beispiel die Serengeti, eine tolle Sache sind. A PLACE WITHOUT PEOPLE indes zeigt, dass die synthetisch aufrechterhaltene Unberührtheit von Landstrichen bis zu einer Größe von 30.000 Quadratkilometern auch eine ganze Reihe von Kehrseiten hat.
Unter Spezialisten ist es inzwischen Common Sense, dass die Nationalparkidee, so verdienstvoll sie in Teilbereichen war, als kontraproduktiv fürs gesamte Öko- und Sozialsystem dieser Regionen angesehen werden muss, nicht zuletzt deshalb, weil dabei Jahrtausende altes Wissen der Einheimischen sträflich ignoriert wurde.

Lief zuletzt im Oktober 2009