Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Das andere Istanbul Das andere Istanbul
  • 11.11.2009
    die naTo

Das andere IstanbulThe Other Side of Istanbul

Musalsal - Dokumentarfilme aus Nahost

BRD 2008, OmU, Dok, 82 min, Regie: Döndü Kilic

Istanbul gilt unter Insidern als das schwule Mekka Europas. Wie vereinbart sich das mit der heutigen Türkei? Bei den Dreharbeiten konnten wir beobachten, dass sich über die Medien, die EU-Beitrittsdiskussion und eine wachsende Übernahme westeuropäischer Lebensstile, eine türkische schwule Community herausbildet, die zunehmend selbstbewusster für ihre Rechte einsteht. Zu ihr gehört Mehmet Tarhan, 28 Jahre alt, gebürtiger Kurde. Vor zwei Jahren wurde er verhaftet und für elf Monate ins Gefängnis gesteckt. Als Schwuler wäre er ausgemustert worden, hätte dazu aber ein entwürdigendes Verfahren über sich ergehen lassen müssen. Über ihn wäre ein sogenannter Fäulnisbericht ausgestellt worden, der ihm eine psychosexuelle Störung attestiert hätte. Der Haftbefehl gegen Mehmet Tarhan ist nie aufgehoben worden, seine Freiheit ist permanent bedroht. Güney, 28, hofft, eines Tages ein „echter orientalischer männlicher Bauch tänzer“ zu sein. Bis dahin verdingt er sich als Transvestit in einem Pornokino, wo er gerade einmal genug verdient, um über die Runden zu kommen. Mert, 40, wird Istanbul verlassen. Als junger Mann kam er in die Großstadt, nachdem seine Familie von seinem Schwulsein erfahren hatte. Auch Bawer, 25, will reinen Tisch machen. Der charmante, wortgewandte Lügner gab gegenüber seinen Eltern vor, mit seiner guten Freundin Leyla eine Beziehung zu führen. In verschiedenen Episoden sehen wir, wie sich die Protagonisten, jeder auf seine Weise, in einer vorwiegend schwulenfeindlichen Lebenswelt einrichten oder für ihre Rechte, ihre Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben kämpfen.

Zur Regisseurin:
Geboren am 1976 in Malatya, Türkei, wuchs Döndü Kilic in Bonn auf, studierte ab 1996 Philosophie an der FU-Berlin und begann 2002 eine Ausbildung an der dffb Berlin.

In Kooperation mit eurient e.V. in der Reihe MUSALSAL, Diskussion in Anwesenheit der Regisseurin im Anschluß. Eintritt 4,50 EUR für alle.

Lief zuletzt im November 2009