Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

The River / Babaji, an Indian Love Story The River / Babaji, an Indian Love Story
  • Di 27.10. 17:00
    die naTo
  • 1.11.2009
    die naTo

The River / Babaji, an Indian Love Story

Im Festival DOK Leipzig 2009

102 min

DOK LEIPZIG 2009 // Internationales Programm Dok

The River (Upe)
R: Rimantas Gruodis, Julija Gruodiene, Litauen 2009, 30min, engl. UT
Das Porträt eines abgelegenen Dorfes und seiner Bewohner, die aus dem Off ihr Leben beschreiben. In stimmungsvollen Bildern fängt der Film die beschauliche Atmosphäre dieses Ortes ein, den ein Fluss von der nächsten, 12 km entfernten Stadt trennt. Eine Brücke gibt es nicht. Die Kinder rudern täglich mit dem Boot zur anderen Uferseite, um von dort eine Stunde zur Schule zu laufen. Unterwegs verstecken sie ihre Schuhe bei alten, verlassenen Baracken, um mit einem zweiten sauberen Paar in der Schule anzukommen. Im Sommer baden sie ausgelassen im Fluss. Im Winter liegen die Kähne von Schnee bedeckt am Ufer, und der zugefrorene Fluss wird zur Straße, auf der man mit dem Fahrrad fahren kann. Aber die ländliche Idylle trügt. Die meisten Holzkähne sind undicht und müssen vor der Fahrt immer wieder ausgeschöpft werden. Im Dorf hat niemand Arbeit, und viele sind dem Wodka verfallen. Eine Chemiefabrik am jenseitigen Ufer verseucht die Region.
Die Regisseure dokumentieren vor allem den Alltag der Kinder, die durch ihre Lebendigkeit und Unbeschwertheit die Hoffnung dieses vom Rest der Welt scheinbar vergessenen Dorfes sind. Sie erzählen Geschichten, berichten von ihren Entbehrungen und Sehnsüchten. Ein Mädchen sagt: "Ich würde gerne in Paris leben. Es ist schön dort. Dort gibt es den Eiffelturm. Paris ist die Stadt der Liebe."

Babaji, an Indian Love Story
R: Jiska Rickels, NL 2008, 72 min, engl. UT
Liebe kann so groß sein, über das Leben hinaus bis in den Tod, singt eine indische Sängerin mit Inbrunst. Einer, für den das kein hohles Pathos ist, sondern heiliger Ernst, ist Babaji Basant, dessen Frau vor ein paar Jahren starb. Entgegen der hinduistischen Tradition begrub er sie auf seinem Grundstück und bereitete seine Grabstelle gleich neben der ihrigen vor. So weiß er sie immer in seiner Nähe, und vor allem kann er sich, wenn die Sehnsucht groß ist, schon einmal neben sie legen. Jeden Tag verbringt er Stunden im Grab, in der Hoffnung endlich zu sterben. Aber es scheint, dass der Tod ihn vergessen hat. 107 Jahre ist er alt, wobei, ganz genau weiß es niemand. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als weiterhin als Wunderheiler und selbsternannter Arzt für alle und alles zuständig zu sein. Den Dorfbewohnern ist er ein wenig unheimlich, sie vermuten Geister in seiner Hütte, der Magie seiner Heilkräfte tut dies keinen Abbruch. Die niederländische Regisseurin Jiska Rickels zeichnet ein warmherziges Porträt dieses "Verrückten". Grundsätzlich interessiert sie, wie Legenden entstehen. In der Vielzahl der Vermutungen, die die Dorfbewohner chorisch anstimmen, wird ein immer entrückteres Bild von Babaji visioniert. Gleichzeitig transzendiert Babaji tatsächlich schon irgendwie und irgendwo zwischen Leben und Tod, zwischen Realität und Mythos.

Lief zuletzt im November 2009