Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Heavy Metal in Bagdad Heavy Metal in Bagdad
  • 2.06.2009
    die naTo

Heavy Metal in Bagdad

Musalsal - Dokumentarfilme aus Nahost

USA 2008, engl. OF, 84 min, Regie: Eddy Moretti, Suroosh Alvi

Der Vietnamkrieg hat entscheidend zur Verbreitung von Rockmusik beigetragen. Der Irakkrieg klingt definitiv nach Heavy Metal. Nicht nur die Musikimporte der US-Besatzungstruppen spielen dabei eine Rolle, mit Acrassicauda gibt es seit 2001 auch eine aktive irakische Heavy-Metal-Band. Sie hat es nicht leicht im Irak, auch nicht nach dem Sturz Saddams. Acrassicauda (der Name ist von der lateinischen Bezeichnung für „Schwarze Skorpione” abgeleitet) hatten vor Kriegsbeginn 2003 überhaupt nur drei Auftritte. Nach Ende der Kämpfe verließ ihr Leadsänger das Land, ein neuer musste gefunden werden. Die Sicherheitslage machte das gemeinsame Üben schwierig, von Auftritten ganz zu schweigen. Als sich die Situation verschärfte, erhielten sie Todesdrohungen von Aufständischen und religiösen Fundamentalisten, die sie beschuldigten, Satan zu verehren. 2005 fiel ein geplanter Auftritt im Hotel Al Fanar aus, weil in unmittelbarer Nähe eine Autobombe gezündet worden war.
In den sechs Jahren ihres Bestehens hat die Band insgesamt nur sechs Konzerte geben können. Ihren großen Traum, als Headbanger mit langen Haaren in Frieden, aber in voller Lautstärke zu leben, hat der Krieg zerstört. Zurzeit leben die vier Bandmitglieder als Flüchtlinge in Damaskus. Visaanträge für andere Länder wurden abgelehnt. Die Filmemacher trafen Acrassicauda nach zweijährigem Bemühen um eine Kontaktaufnahme im Sommer 2006 noch in Bagdad. Damals tobten heftige Kämpfe in der Stadt, Anschläge forderten bis zu 300 Todesopfer am Tag. So brachial die Musik von Acrassicauda auch klingen mag – die Hoffnungen und Gefühle einer ganzen Generation im Irak kommen in ihr zum Ausdruck.

Aufführung in Kooperation mit eurient e.V., Gespräch im Anschluß.

Lief zuletzt im Juni 2009