Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Di 18.06. 20:00
    die naTo
  • Mi 19.06. 20:00
    die naTo

Fish and ElephantJin nian xia tian

Elektrische Schatten

China 2001, OmeU, 96 min, Regie: Li Yu
mit Pan Yi, Shi Tou, Zhang Qianqian

FISH AND ELEPHANT ist das mit Laien gedrehte Spielfilmdebüt von Li Yu (geboren 1973 in Beijing, erster unabhängiger Dokfilm SISTERS 1999, sofort verboten), gleichzeitig der erste chinesische Spielfilm über die Liebe zwischen zwei Frauen (zumindest der erste international beachtete, weil mögliche, und das nicht zu knapp). Ihre Begegnung verläuft derart alltäglich, daß man die beiden zunächst kaum als Hauptakteurinnen wahrnimmt. Die introvertierte Xiao Qun arbeitet als Elefantenpflegerin im Tiergarten (den man förmlich riechen kann), die impulsive Xiao Ling verkauft eher lustlos ihre selbst entworfenen, verwegenen Kleider. Die Regisseurin umkreist sie in beinahe dokumentarischem Stil, voller Langmut, vorsichtig wie die inszenierte Annäherung selbst. Nach und nach greift die oktruierte Heimlichkeit der Beziehung nach dem Schicksal der beiden Frauen, parallel zum drängenden Wunsch von Xiao Quns Mutter, sie endlich zu verheiraten.
Ein differenzierter, bis zum rasanten Finale leiser und metaphernreicher Blick auf eine Gesellschaft, in der vieles nicht gesehen wird, weil es nicht gesehen werden darf. Die Stimmen, die Geräusche, der Lärm von der Straße bilden dabei eine Art Gegenwelt, die - wie die Beziehung der Frauen - ihr eigenes Tempo hat.
Die Regisseurin: „Ich wollte jene Art weiblicher Ausweglosigkeit darstellen. In ihren Augen ist die Gesellschaft wie eine Mauer. Ihre Hoffnungen und Wünsche liegen jenseits dieser Mauer. Der stille Widerstand, den sie leistet, führt zu immer neuem Druck und Schmerz."

Lief zuletzt im Juni 2002