Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Les Guerriers de la Beauté Les Guerriers de la Beauté
  • 12.01.2009
    Skala

Les Guerriers de la Beauté

Belgien/BRD/F 2002, OmeU, 71 min, Regie: Pierre Coulibeuf
mit Emio Greco, Erna Omarsdottir, William Forsythe, Wim Vandekeybus

FRONTIER - eine Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit der Skala Leipzig
Konzeption: Sven Wörner

SPLIT-SCREEN ist ein ungefähr 14-tägiger, thematischer Filmabend als Teil der Reihe FRONTIER in der Skala, das versucht, in mehrfacher Hinsicht die Grenzen zwischen Film und Theater, Zuschauer und Akteur, Konsument und Produzent zu überschreiten. Wir rühren in der Ursuppe von Theater und Kino und haben hierzu als zentrale Koordinaten und Programmpunkte Sprache, Position, Zeit, Bühne, Fiktion, Schnitt sowie Objektiv gewählt.

FRONTIER, das ist die gemeinsame Grenze von Film und Theater, die durch die Bühnenkante, die Leinwand und die Position des Betrachters definiert wird. FRONTIER ist, als Veranstaltungsreihe, ein angebotenes Experimentierfeld für Besucher und Veranstalter, um die wechselseitigen Durchdringungen dieser Grenze zu erkunden.

Programm 2: BÜHNE (Teil 2)
Sowohl Bühne als auch Film schließen aus wofür sie existieren: den Betrachter. Sie trennen sich von ihm ab, durch die Leinwand, die Bühnenkante, den Blick. Die Kamera zwingt zwar die Augen des Zuschauers an die Stelle jener des Regisseurs und denkt den Adressaten auf diese Weise mit, doch wie auf der Bühne - die wir ja eventuell sogar umrunden oder durchqueren könnten, ist die Handlung auch dort durch eine architektonische Konstruktion weggeschlossen. Versuchen Theater oder Kino dieses Verlies aufzubrechen begeben sie sich auf ein Himmelfahrtskommando und sägen am Ast auf dem sie sitzen. Zu ihrem eigenen Wohl immerhin!


Les Guerriers de la Beauté
Pierre Coulibeuf ist ein Alptraum aller Schubladendenker. Das Prinzip seiner Filme ist, das Werk eines Anderen kollaborativ zu bewohnen.
Dieser Film hat mehrere Einstiegsmöglichkeiten die der Betrachter sich erschließen kann, ohne das filmseitig eine bestimmte bevorzugt werden könnte.
Gemeinsam mit dem Choreografen Jan Fabre kreirt Coulibeuf eine Fabelwelt aus Tanz, Bewegung und Sinnsuche, eine tänzerisch und theatralisch inspirierte Phantasmagorie, unter Mitwirkung von William Forsythe. Ein Ritter kämpft mit einem unsichtbaren Gegner, dem Mund einer jungen Frau entlaufen die für Fabre typischen schillernden Käfer, absurde Rituale werden in choreografische Endlosschleifen umgesetzt. Eine zweifelhafte Ariadne im Hochzeitskleid führt in eine Welt der Verwandlungen, Spiele, Parodien, Rituale und Surrealitäten — eine Welt, in der sie sich verliert.
Die für das Labyrinth des Films von Fabre mit Hilfe seiner Schauspieler und Tänzer ersonnen körperlichen Aktionen, fungieren auf filmischer Ebene als Dämonen des Übergangs, der Adaption und Transformation der Ideenwelt des Choreographen.
»Die Einstellungen, das Licht, der Ton, die Montage, mit denen das Kino das geistige Universum Jan Fabres interpretiert, bestätigen die Autonomie des Films. Tatsächlich ist er keine Imitation, keine Kopie des Originals im Sinne einer bloßen Aufzeichnung, die durch die Ähnlichkeit legitimiert ist, sondern ein Simulakrum: er begreift im
Universum des Choreographen eine wesentliche Ungleichheit, die er unendlich wiederholt. Der Film ist eine Wiederholung dieses Universums...« (Stéphane Delanoë)
LES GUERRIERS... ist zudem ein Film, der sich haargenau auf der Grenzlinie zwischen Theater und Film bewegt; der über die erzählte Geschichte auch das Geschichtenerzählen mit performativen Mitteln aufzeigt.

Lief zuletzt im Januar 2009