Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Do 27.06. 20:00
    die naTo
  • Fr 28.06. 20:00
    die naTo
  • So 30.06. 20:00
    die naTo
  • 2.07.2002
    die naTo

Eureka

Leipzig-Premiere

Japan 2000, OmU, 217 min, Regie: Shinji Aoyama
mit Mitsuishi Ken, Miyazaki Aoi, Miyazaki Masaru, Saitoh Yohichiroh, Yakusho Koji

Auf der japanischen Insel Kyushu wird an einem heißen Sommermorgen ein Bus entführt. Die Geiselnahme endet in einem Blutbad, das nur der Busfahrer Makoto, das Mädchen Kozue und ihr älterer Bruder Naoki überleben. Alle drei sind durch die Geschehnisse traumatisiert. Makoto verlässt die Kleinstadt, seine Ehe zerbricht. Nach zwei Jahren taucht er unvermittelt bei der Familie seines Bruders wieder auf. Die Geschwister verlieren unter dem Schock der Gewalttat die Sprache und ziehen sich auf sich selbst zurück; die Mutter trennt sich von der Familie, der Vater stirbt wenig später durch einen Unfall.
Als in der Gegend Frauen ermordet werden, wird Makato verdächtigt. Er verlässt die Familie seines Bruders und zieht in das Haus der verwaisten Kinder. Makoto erkennt, dass die verzweifelte und erstarrte Situation nur verändert werden kann, wenn der Ort des Geschehens verlassen wird. Er baut einen alten Linienbus zum Wohnmobil um und begibt sich mit den Geschwistern auf eine lange Reise, um den Bann des Traumas zu lösen.

In sepiagetöntem Schwarz-Weiß-Cinemascope gedreht, stellt der Film eine über dreieinhalbstündige Meditation über den Einbruch von Gewalt und ihre Folgen für die Betroffenen dar. Die Überlebenden sind Überwältigte, deren Alltag zusammengebrochen ist und die nur langsam Sprache und Identität wiederfinden. Wie Makoto für die Kinder hat der Film Zeit für die langsame Annäherung der zutiefst Verstörten. Auf der Reise durch die Landschaften des japanischen Südwestens wird das ganze Ausmaß ihrer Beschädigung erkennbar. Der erfahrene Schock hat eine bedrohliche Isolation erzeugt, in der sich Misstrauen, gesteigerte Sensibilität und Aggressionen mit der Entwertung des eigenen wie fremden Lebens mischen. Mit ebenso minimalen wie suggestiven Mitteln gelingt es diesem ungewöhnlichen Roadmovie, die Zuschauer zu beteiligen an der Suche nach einem Platz, an dem die Gezeichneten nach dem Schrecken leben können.

Lief zuletzt im Juli 2002