Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Hud – Der Wildeste unter Tausend Hud – Der Wildeste unter Tausend
  • Di 30.12. 22:15
    die naTo

Hud – Der Wildeste unter TausendFür Paul Newman

Für Paul Newman

USA 1963, OF, 112 min, Regie: Martin Ritt
mit Brandon de Wilde, Melvin Douglas, Patricia Neal, Paul Newman

,Achtunddreißig war er damals und wirkte doch wie zwanzig, und dieses Gefühl des großen Leichtsinns, der scheinbar ewigen Jugend, sollte sein Image bis tief in die siebziger Jahre prägen. Dabei mag man es nicht glauben, wenn man Newman in HUD als "genuin herzlosen Bastard" (Tobias Kniebe, Süddeutsche Zeitung) in einem beängstigend faszinierenden Kreislauf erlebt. DER WILDESTE UNTER TAUSEND – wie der unglückliche deutsche Verleihtitel lautet – ist mehr Familiendrama als Western, auch wenn er sich vom Stil her zunächst diesen Anschein gibt. Denn im Konflikt zwischen "old-fashioned values" und dem Materialismus der modernen Welt zerreibt sich Frauenheld und Herumtreiber Hud (Newman) an seiner Liebesunfähigkeit und zerstört mit seinem Egoismus die eigene Familie.
Ein überragender Film, der keine Erlösung bietet und neben drei Oscars vor allem durch Paul Newmans verstörend präzise Darstellung (die der Jury keinen Oscar wert war) beeindruckt. Es geht also weniger um den Streit zwischen Vater und Sohn, ob die von einer Seuche befallene Rinderherde getötet oder vorher verkauft werden soll, und auch nicht so sehr um die Härte des Alltages im Nirgendwo. In diesem „überragenden zeitgenössischen Western“ (Phil Hardy, Filmenzyklopädie) steht vor allem die Möglichkeit zu Handeln, das Scheitern persönlicher Integrietät und ein wenig tragfähiges Konzept von Männlichkeit im Vordergrund. Damit ist er der große Gegenentwurf zu Sam Peckinpahs RIDE THE HIGH COUNTRY und dessen zentralem Thema "All I want is to enter my house justified."
Und um mit Regisseur Martin Ritts Worten jedweder Erwartung, PL's Lächeln werde es schon richten, zu Widersprechen: „Am Ende erkennt man einen Mann daran, was er tut. Nicht daran, was er sagt, oder wie blau seine Augen sind.“


Eintritt 3,50 EUR für alle, digitale Projektion.

Lief zuletzt im Dezember 2008