Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

So finster die Nacht So finster die Nacht
  • Di 23.12. 21:45
    die naTo
  • Fr 26.12. 20:00
    die naTo
  • Sa 27.12. 20:00
    die naTo
  • So 28.12. 20:00
    die naTo
  • Mo 29.12. 20:00
    die naTo
  • Di 30.12. 20:00
    die naTo
  • 2.01.2009
    die naTo
  • 3.01.2009
    die naTo
  • 4.01.2009
    die naTo
  • 5.01.2009
    die naTo
  • 6.01.2009
    die naTo

So finster die NachtLåt den rätte komma in

Leipzig-Premiere

Schweden 2008, dtF, 114 min, Regie: Tomas Alfredson
mit Kåre Hedebrant, Lina Leandersson, Per Ragnar, Henrik Dahl

Schweden ist mehr als IKEA und Knäckebrot, Abba und Bullerbü. Hier oben im Norden gibt es auch den Hang zu melancholisch-depressiven Crime-Stories. Der Erfolgsroman „So finster die Nacht" entsprang dem Geiste von John A. Lindqvist, der auch für das Drehbuch des gleichnamigen Films verantwortlich zeichnet. Die Beziehung zweier Halbwüchsiger, irgendwo zwischen Freundschaft und erster Liebe, wird hier wundervoll herausgearbeitet als Dreh- und Angelpunkt einer kalten Welt, in der Erwachsene weder Vorbild noch Sicherheit bedeuten. Verschneite Landschaft und trostlose Wohnblöcke künden visuell von Isolation. In der an sich friedlichen Schnee-Totalen ist jedoch jugendliche Aggression, der Wunsch nach Rache und Vergeltung, ständig präsent.
Oskar (12) sehnt sich nach dem Mut, drei ihn übel drangsalierenden Mitschülern endlich mit dem Messer gegenüberzutreten. Er sammelt im stillen Kinderzimmer Zeitungsausschnitte über Morde und Kriminalfälle. Dann trifft er Eli, eine neue Nachbarin, die sich ebenso einsam und unverstanden fühlt. Sie aber ist kein "normales" 12jähriges Mädchen, sondern verweilt schon längere Zeit in diesem äußerlichen Alterszustand – und als Vampirin bleibt ihr "menschliche Freundschaft" versagt. Ihre Morde aus Blutdurst – keineswegs romantisch verklärt, sondern teilweise liebenswert schwarzhumorig akzentuiert – stellen im Grunde eine Art Variation von Oskars Problemkosmos dar. Auch wenn die Geschichte ein paar sehr blutige Szenen birgt (FSK 16), belässt sie die Problematik der Unsterblichkeit Eli's im Hintergrund – allein ihre traurigen Augen zeugen von einem harten Schicksal. Auch dank der beiden sensationellen jungen Darsteller hallt diese realistische Coming-of-Age-Vampir-Ballade über Einsamkeit, Rache und Loyalität lange nach, als stummer Aufschrei zweier verletzter Seelen.

Lief zuletzt im Januar 2009