Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

    Die Werckmeisterschen HarmonienWerckmeister Harmóniák

    3. Ostwindtage - Film und Musik aus Osteuropa

    BRD/Frankreich/Ungarn 2000, OmU, 145 min, Regie: Béla Tarr
    mit Hanna Schygulla, Lars Rudolph, Peter Fitz

    Eine Kleinstadt in der ungarischen Tiefebene. Zwanzig Grad unter Null, doch kein Schnee. Selbst bei dieser Kälte stehen Hunderte von Menschen vor einem Zirkuszelt Schlange, um die einzige Attraktion zu besichtigen: einen ausgestopften Wal. Aus den benachbarten Ortschaften, der gesamten Tiefebene, aus dem ganzen Land strömen die Menschen herbei. Blind folgt die dumpfe, gesichtslose, zerlumpte Menge dem unförmigen Monster. Dieser Ausnahmezustand - die extreme Kälte, das Auftauchen der vielen Fremden - setzt die Ordnung der Stadt außer Kraft. Zum Ausbruch kommt die aufgestaute Spannung, als plötzlich der Prinz, der sich hinter dem Wal versteckt, erscheint. Destruktive Gefühle erfassen wie eine apokalyptische Woge die ganze Gegend...
    "In dieser Geschichte bricht sich die bestialische Wut der Enteigneten zeitgleich mit einem Hungermarsch Bahn, während die moralischen Werte der Mittelschicht an Bedeutung verlieren und die gängige Ordnung zur Karikatur gerät. Trotzdem: Die Ahnung menschlicher Wärme zwischen Eszter und Valushka symbolisiert Hoffnung - und Würde..." (Béla Tarr)
    Der trotzige Einzelgänger Béla Tarr ist Jahrgang 1955. Wie schon SATANTANGO (1994) bleibt auch WERCKMEISTER als ungarische Apokalypse in Realzeit lange im Kopf und im Bauch.