Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Der Italiener Der Italiener
  • 12.07.2007
    die naTo
  • 12.07.2007
    die naTo
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  • Di 24.07. 22:00
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  • Mi 25.07. 22:00
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Der ItalienerIl Caimano

Italien/Frankreich 2006, dtF, 112 min, Regie: Nanni Moretti
mit Silvio Orlando, Margherita Buy, Daniele Rampello, Giacomo Pasarelli

IL CAIMANO lief in Italien gut getimt an - zwei Wochen vor jenen Parlaments-Wahlen, die Berlusconi mehr Falten ins Gesicht warfen als da jemals waren. Das ist wohl auch das Verdienst von Nanni Morettis letztem Film, der damals auf Berlusconi-TV-Sendern unter Einsatz aller verfügbaren Blondinen ausgebuht wurde, während ihn die italienische Presse abfeierte (wie später ihre Fussball-Weltmeister), um nachts dennoch ins Kopfkissen zu weinen, weil ihnen Moretti zu wenig eindeutig mit dem verhassten Ministerpräsidenten abrechnete - von der Schluss-Szene mal abgesehen.
Doch Morettis Methode war schon immer die eines abgelenkten Blicks, der sich auf die Verflechtung des Privaten mit dem Politischen richtet und den oft tragikomischen Widerstreit zwischen Wollen und Sollen. (Er "müsse diesen Dokumentarfilm über Berlusconi drehen", war das Mantra der Hauptfigur schon in APRILE.) Auch Moretti selbst versuchte sich vor ein paar Jahren an einer Berlu-Doku, und in den ersten Drehbuch-Fassungen des «caimano» soll er direkter auf seinen liebsten Feind geschossen haben. Es habe «ihn nicht befriedigt», sagt er rückblickend und meint natürlich künstlerisch.
So hat Moretti «Il Caimano» als einen Film angelegt, der im Grunde von der Schwierigkeit handelt, einen Film über Berlusconi zu drehen. Im Mittelpunkt steht Ed Woods italienischer Bruder (grossartig: Silvio Orlando), dessen vergessene B-Movies höchstens noch als Gutenachtgeschichten für seine Kinder taugen, die von ihm getrennt bei der Fast-Ex-Frau leben. Die letzte Chance, dieser privaten und beruflichen Krise zu entkommen, scheint ihm - einem Berlusconi-Wähler - das Drehbuch einer jungen, lesbischen Filmemacherin, das sich bei genauerem Hinsehen als die Geschichte von Berlusconis sagenhaftem Aufstieg entpuppt...
Moretti hat jedenfalls die Grösse, die politische Bruchlandung seines Landes als eine Komödie zu zeigen oder, besser gesagt, satirisch zu überhöhen. Er weiß, dass sich der Wahrheitsgehalt eines Spielfilmes nicht primär danach bemisst, ob seine Figuren exakt so aussehen wie ihre realen Vorbilder. Morettis Abrechnung mit Berlusconi ist bis kurz vor Schluss komische Spielerei auf todernstem Hintergrund; am meisten deshalb, weil immer klar ist, dass Berlusconi zwar der grösste anzunehmende Polit-Unfall seit Mussolini ist, aber es im ganz normalen Alltag trotzdem schwerer wiegt, wenn die Frau, die man liebt, mit einem anderen schläft oder die Roma das Derby gegen Lazio verliert.

Lief zuletzt im Juli 2007