Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

    Deus´ HochzeitAs bodas de deus

    Leipzig-Premiere

    Frankreich/Portugal 1998, OmU, 150 min, Regie: Joao César Monteiro
    mit Joana Ázevedo, Joao César Monteiro, Rita Durao

    Was soll man von dieser Szene halten? Joao, ein kurioses Hutzelmännchen im Ronaldo-T-Shirt, spaziert zum Picknick an einer einsamen, alten Uferbank - wirft aber plötzlich alle dazugehörigen Utensilien in den See. (Freudiges Enten-Quieken.) Dann stolziert ein uniformierter "Bote Gottes" ins Bild, um dem seltsamen Kauz eine verblüffende Geldsumme zu überreichen - und ihn damit "zum mächtigsten Mann der Welt zu machen". Nun gut, unser Held zählt die Scheine, doch die verheißungsvolle Stille wird jäh unterbrochen durch das Aufprallen eines schweren Gegenstandes. Als João nachsieht, findet er ein junges Mädchen, Joana, dem Ertrinken nahe. Er springt ins Wasser und rettet die Schöne - um sie augenblicklich in einem Kloster abzuliefern! In den Park zurückgekehrt, findet er sein kostbares Geschenk wieder, glücklicherweise unberührt. Und nun erst beginnen die wirklichen Abenteuer des João de Deus...
    In Portugal, am südlichsten Zipfel des europäischen Kinos, versteckt sich eine Handvoll verwegener Regisseure, versponnene Exzentriker, die auf sehr einfache und zugleich schwer zugängliche Weise ihre ganz eigenen Bilder- und Gedankenwelten inszenieren. De Oliviera, Bothelo, Pedro Costa oder eben Joao César Monteiro geben dem Publikum seit Jahren wunderschön knifflige Leinwand-Rätsel auf, selbstironisch, zweiflerisch, provozierend, frappierend losgelöst von jeglicher Mainstream-Strategie. Monteiro, Autor und Hauptdarsteller in AS BODAS DE DEUS, darf als eine Art philosophischer Chaplin interpretiert werden, wenn er mit optischer und verbaler Opulenz abendländische Kulturgeschichte durchstreift. Andererseits treffen wir einen unermüdlichen Don Quichote bei der Beschwörung der Gesamtheit irdischer Sinnesfreuden - in skurriler Auflehnung gegen deren Vergänglichkeit.