Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Deutscher Kurzfilmpreis 2007 (II) Deutscher Kurzfilmpreis 2007 (II)
  • 14.06.2007
    die naTo
  • 15.06.2007
    die naTo

Deutscher Kurzfilmpreis 2007 (II)Süchte

D 2006, 69 min

Im Programm 2 "Süchte" laufen in der naTo:
Zigarettenpause
Ralf Stadler, Köln, 6min, Spielfilm
Schwarz-weiß und grob gekörnt stellt der Film die Zukunft dar: Als Wiederkehr der Vergangenheit - in diesem Fall der Atmosphäre von Krieg und Schwarzhandel, Resignation und Tristesse aus dem Russland der 40er Jahre, deklariert als Blick in das Jahr 2024. Ein sehenswerter Versuch, die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit im Leben von Menschen zu ergründen und die immer wiederkehrenden Versuche, in allem einen verborgenen Sinn zu finden, den es nicht gibt. Die Auszeichnung gilt der überzeugenden filmischen Umsetzung eines philosophischen Ansatzes.
Drei Grazien
Hanna Nordholt & Fritz Steingrobe, 15min, Animation
Mit einem Kinderlied im Ohr schickt der schwarz-weiße Animationsfilm "Drei Grazien" uns auf eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit, eine Reise in die Welt der Erfindungen, die sich mit Fragestellungen der Informationsübertragung auseinandersetzen, sei es im akustischen oder optischen Bereich.
"Mary had a little lamb, little lamb, little lamb" ist der erste Satz, der jemals auf einem Aufnahmegerät, dem Phonographen von Thomas Edison, aufgezeichnet worden ist. Die Faszination, die von einer derartigen Erfindung ausgeht, spiegelt sich wider in dem Ideenreichtum und der Perfektion der beiden Filmemacher Hanna Nordholt und Fritz Steingrobe, ihre 'drei Grazien' Optik, Akustik und Schrift zum Leben zu erwecken.
In oft atemberaubender Geschwindigkeit werden wir mit Hilfe der unterschiedlichsten Animationstechniken durch die Geschichte der Kommunikation bis hin zum Computerzeitalter geführt - begleitet von einem blökendem Schaf, das uns an die Anfänge der Geschichte erinnert, aber nicht nur daran, denn bei aller Perfektion, gibt es immer auch ein Augenzwinkern, ein Grinsen, das das allzu Perfekte mit Staunen betrachtet.
Gut möglich, dass ich fliegen kann
Hanna Doose, dffb, 29min, Spielfilm
Der Film überzeugt mit einem gesellschaftlich relevanten Thema: dem Umgang von Jugendlichen mit alkoholkranken Eltern. Nora, mit eigenen Wünschen und Sehnsüchten, entscheidet sich, ihren Vater durch konsequenten Alkoholentzug zu retten. Die junge Sozialarbeiterin Jenny dagegen sucht einen Kontakt zu Noras Vater, der den Alkohol nicht völlig ausschließt. Durch die von Stephanie Stremler hervorragend gespielte Ambivalenz entwickelt sich eine dramatische Beziehung zwischen den beiden "Helferinnen", die letztlich Nora eine Chance für die Zukunft ermöglicht - gut möglich, dass sie fliegen kann. Der Einsatz von Liedern, wenn Gefühle nicht auszusprechen sind, gibt auch dem Zuschauer einen emotionalen Impuls, sich in diese Dreierbeziehung einzubringen.
Benidorm
Carolin Schmitz, 19min, Dok
Verhältnisse, die noch nicht gänzlich gegenwärtig geworden sind, deren Vorschein man nur erahnen kann. In diesem Fall handelt es sich um die Frage der Überalterung der Gesellschaft und deren Folgen. Niemals flüchtet die Regisseurin in einen plumpen Sozialrealismus, niemals klagt sie an oder greift zu den manipulierenden Mitteln der tendenziösen oder sentimentalen Dokumentation. Ganz in der Tradition der großen Vorbilder des beschreibenden Dokfilms nähert sie sich scheinbar teilnahmslos ihren Themen. Ihre Themen jedoch sind weitaus spekulativer, ihre Strategie ist weitaus intellektueller, als es der Dokumentarfilm jemals gewagt hat zu sein. Dabei verbinden sich eine hervorragende Kameraarbeit und eine sehr kalkulierte Fragetechnik. Die Zukunft durch den Dokumentarfilm hervortreten zu lassen, das ist eine sehr seltene und große künstlerische Befähigung.

Lief zuletzt im Juni 2007