Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

    Der Onkel aus BrooklynLo zio di Brooklyn

    Bella Italia!

    Italien 1995, OmU, 98 min, Regie: Daniele Cipri und Franco Maresco
    mit Giuseppe Paviglianiti, Pippo Augusta

    Ein zynischer Film über Sizilien? Über Süditalien, wo manchmal alles stehenbleibt, eigentlich nichts passiert (wie in diesem Film)? Eine freche Meditation über Passivität und Zorn. Keine lineare Erzählung, einfach Blicke auf Situationen, auf rätselhafte und schreckliche Geschöpfe, die an einem trostlosen, apokalyptischen, frauenlosen, postindustriellen Ort vegetieren. Ein Film über das Ende des Kinos. Oder auch über das Ende der Menschlichkeit, oder die Monumentalität des Häßlichen.
    LO ZIO DI BROOKLYN war 1994 der erste Langfilm-Streich von Cipri und Maresco, doch beide hatten immerhin schon für das Staatsfernsehen RAI gearbeitet - bis "Cinico TV" kam, ein unfaßbar schräges Kurzfilm-Label, wo viele kleine Mussolinis aus ihren Särgen steigen. Das Festival von Venedig wollte natürlich den surrealistisch-respektlosen ONKEL nicht einladen, das Berlinale-Forum schon. Magische Schwarz-Weiß-Kamera übrigens, Pasolini und die Neorealisten standen Pate - und entstammen doch einem anderen Jahrhundert.