Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 heute morgen 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Slumming Slumming
  • Fr 27.04. 18:00
    die naTo
  • Fr 27.04. 22:00
    die naTo
  • Sa 28.04. 18:00
    die naTo
  • Sa 28.04. 22:00
    die naTo
  • 1.05.2007
    die naTo
  • 2.05.2007
    die naTo
  • 2.05.2007
    die naTo

Slumming

Leipzig-Premiere

Österreich 2006, 100 min, Regie: Michael Glawogger
mit August Diehl, Paulus Manker

Kahlmann (Paulus Manker) ist ein Säufer. Unrasiert und schmuddelig zieht er durch die dreckigen Quartiere Wiens und belehrt dabei lautstark seine Umgebung. Betteln ist nicht seine Art, denn beim Betteln würde man sich ja seiner Kundschaft unterordnen. Nein, Kahlmann verkauft Gedichte oder auch mal Müll, um sich über Wasser zu halten. Und er ist gar nicht so schlecht dabei. Alex (Michael Ostrowski) und Sebastian (August Diehl) treiben sich im gleichen Quartier herum, allerdings mit einem BMW. Sie bezirzen per Internet das weibliche Geschlecht, um die Damen dann in heruntergekommenen Bars zu treffen, sie unbemerkt zu fotografieren - und dann ins Netz zu stellen. Ihr Fachausdruck dafür: "Slumming". Pia (Pia Hierzegger) ist Volkschullehrerin. Bei ihren Schützlingen ist sie beliebt, und sie scheint auch im Privatleben alles im Griff zu haben. Außer daß sie sich dauernd übers Ohr gehauen fühlt, wie grad beim Kauf des "Pickerls", der österreichischen Autobahnmarke. Am Wochenende jobbt sie in einem Lokal als Gardarobiere. Soweit die Ausgangslage.
Pias Freundin gabelt nun per Internet Sebastian auf, und "reicht" ihn gleich an Pia weiter, welche ihn dann auch trifft, und ihm den Kopf verdreht. Sebastian begegnet mit Alex zusammen Kahlmann - besoffen und bewusstlos auf einer Parkbank liegend, und kommt auf die Pfundsidee, diesen kurz nach Tschechien zu fahren, und dort ebenfalls auf einer Parkbank zu platzieren. Kahlmann findet die Tatsache, ohne Geld nach einem Rausch in Tschechien aufzuwachen, nicht sehr prickelnd, und macht sich fluchend auf den Weg nach Wien zurück. Pia hat von Sebastians Trip nach Tschechien Wind bekommen, und fühlt sich nun verpflichtet, Kahlmann zu retten. "Wenn man wüsste, was aus dem wird, würde man es dann noch tun?"

Ein dreckiger Film. Es ist Winter, matschig und irgendwie ticken die Charaktere alle nicht richtig. Das macht aber nichts, im Gegenteil. Speziell aus Sebastian wird man nicht sehr schlau. Ein reicher Bengel, der aus Langeweile und auf Kosten Anderer die Tage totschlägt, gegen außen ein typisches Arschloch verkörpert, aber offensichtlich doch eine sensible Ader in sich trägt. Ein Film über die Fremde und das sich darin zurecht finden, aber auch über die Gassen Wiens der sozial untersten Schicht. Regisseur und Autor Glawogger malt aus, was ihm vor Jahren ein Betrunkener in einer Bar erzählt hat. Ob dieser die Wahrheit sprach, war völlig irrelevant, war es doch die Art der Erzählung, die Glawogger in den Bann zog. Trotzdem: Etwas am düsteren Plot ist erfrischend lustig. Obwohl es die Figur Kahlmann garantiert in jeder Großstadt gibt, ist sie so überzeichnet, daß es witzig und unterhaltend ist, ihm beim Leute Anquatschen bzw. Anbrüllen zuzuschauen. Die drei Storylines sind intelligent verquickt, alle spielen grandios.

Lief zuletzt im Mai 2007