Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 heute morgen 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

The Spanish Earth The Spanish Earth
  • 6.02.2007
    die naTo

The Spanish Earth

No pasarán - Soziale Revolution und Spanischer Bürgerkrieg

USA 1937, OF, 52 min, Regie: Joris Ivens
mit Dok, Schnitt: Orson Welles, Kommentar: Ernest Hemingway

Dokumentation über den Kampf der republikanischen Soldaten an der Front des Spanischen Bürgerkrieges. Im Mittelpunkt stehen neben den einfachen Soldaten auch die Bauern des Landes, die die Auswirkungen des Krieges ebenfalls zu spüren bekommen.
Ivens drehte aus einem Volksfront-Propaganda-Blickwinkel, was einige "Einseitigkeiten" erklärt.

Es ist ein Gemeinplatz, daß die dreißiger Jahre für die USA die Blüte des sozial engagierten Dokumentarfilms bedeuteten. Die linke Film and Photo League und ihre Abspaltung Nykino (später Frontier Films) entstanden, mit so bekannten Namen wie Margaret Bourke-White, Ralph Steiner, Elia Kazan, Elmer Rice, Archibald McLeish, Willard Van Dyke oder Paul Strand. Von verschiedenen Unterbehörden des Department of Agriculture wurden heute klassisch gewordene Dokumentarfilme wie The Plow that broke the Plains (1936) oder The River (1937) in Auftrag gegeben bzw. gefördert.
Ästhetisch zeichnet sich der amerikanische Dokumentarfilm dieser Zeit durch ein hohes Niveau der Montage und Einstellungen aus, die sich an der hochentwickelten Ästhetik der Sozialphotographie der Zeit orientieren und oft ihren Naturalismus zugunsten fast lyrisch anmutender Bilder aufgeben. Dazu kam jedoch ein eigentlich unfilmischer (da nicht auf die Überzeugungskraft der Bilder vertrauender) "voice over"-Kommentar, der weitere Informationen und eventuell die Analyse komplexer zeitgenössischer Zusammenhänge hinzufügte. In dieser Spannung zwischen Bildauffassung und asynchronem Kommentar zeigt sich deutlich der erzieherische Gestus der Filme, der eine allwissende Intelligenz hinter der Kamera implizierte, wie sie sich strukturell aus der staatszentrierten Kulturpolitik des New Deal ergeben mußte.
Eine ähnliche propagandistische Orientierung findet sich allerdings auch bei unabhängigen Produktionsgruppen wie den Contemporary Historians mit John Dos Passos, Ernest Hemingway und Lillian Hellman, deren berühmteste Produktion sicherlich Joris Ivens Film über den Spanischen Bürgerkrieg The spanish earth(1937) ist. Der amerikanische Dokumentarfilm der dreißiger Jahre wollte vor allem überzeugen und gesellschaftliches Handeln provozieren, weniger beobachtend darstellen wie noch Flaherty.

Lief zuletzt im Februar 2007