Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 heute morgen 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Do 25.01. 20:00
    die naTo
  • Fr 26.01. 20:00
    die naTo
  • Sa 27.01. 20:00
    die naTo
  • Mo 29.01. 20:00
    die naTo
  • Di 30.01. 20:00
    die naTo
  • 1.02.2001
    die naTo

Der Flug der BieneParvosi Sanbur

Leipzig-Premiere

Südkorea,Tadschikistan 1998, OmU, 90 min, Regie: Boung Hun Min, Jamshed Usmonow
mit Mastura Ortik, Muhamad Shodi

Einst rettete eine Biene in den Bergen Tadshikistans ein ganzes Heer vor dem Verdursten. Man band ihr - gefüttert mit viel Honig und damit gierig auf Wasser gemacht - eine Schnur an den Fuß und folgte ihr bis zur nächsten Quelle - so erzählt der Dorflehrer den Schülern. Doch heute plagt den einfachen und aufrichtigen Lehrer der neureiche Nachbar. Der hat seine stinkende Toilettengrube direkt an seine Hausmauer gesetzt und wirft obendrein freche Blicke zur Frau des Lehrers. Auch der geifernde, unterm Lenin-Porträt sitzende Bürgermeister will nicht helfen - mit seinem Eigentum kann schließlich jeder machen, was er will. So beginnt der Lehrer seinen stillen, aber zähen Kampf um Gerechtigkeit und damit um Lebenssinn. Er kauft mit letzter Kraft ein Grundstück in direkter Nachbarschaft des Bürgermeisters und beginnt dort, an der Wand des "Eigentumschützers" eine Toilettengrube auszuheben...
Die humanistische Parabel erwähnt mit keinem Wort den seit Jahren andauernden Bürgerkrieg, sondern versucht, sich den Ursachen der Tragödie zu nähern: eine Verquickung alter sowjetischer Nomenklatura mit kriminellen Elementen, feudale Clan-Ansichten ü ber die Gesellschaft und menschliche Protestformen dagegen. Die bittere Anekdote berührt die Struktur der sozialen und menschlichen Beziehungen in der zentralistischen Postsowjetrepublik. In Stil und Musik dem großen indischen Filmemacher Satyajit Ray verpflichtet, ist der Low-Budget-Erstlingsfilm eine Hoffnung auf die Renaissance des tadschikischen Kinos.

Lief zuletzt im Februar 2001