Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Eurovision Transcarpathia / It is Heard? Eurovision Transcarpathia / It is Heard?
  • 3.11.2006
    die naTo
  • 4.11.2006
    die naTo

Eurovision Transcarpathia / It is Heard?

49. Internationales Leipziger Festival für Dok- und Animationsfilm

Rußland/GB bzw. Argentinien 2005/2006, 83 min, Regie: Doppelprgramm

Eurovision Transcarpathia
R: Peter Pomeranzev, Rußland/GB 2006, 30min
Erinnern Sie sich noch? 1998? Der Grand Prix und "Guildo hat Euch lieb"? Oder an das relativ sinnfreie Stück "Wadde hadde dudde da" von Stefan Raab? Immerhin ein 5. Platz! 2005 jährte sich der europäische Sangeswettstreit unter seinem neuen Label "Eurovision Song Contest" zum 50. Mal. Gastgeber des medialen Megaevents war Kiew. Während sich die Ukraine dem Westen mit der Veranstaltung als modernes europäisches Land andiente, zog Regisseur Peter Pomerantsen durch Transkarpatien, wo die Ukraine an die EU grenzt. Wo die Dörfer einen ungarischen, polnischen, russischen, ukrainischen und deutschen Namen haben. Wo jede Ethnie, die die Geschichte hier anspülte, ihre eigenen Lieder hat - und Erinnerungen an wechselhafte Zeiten. Hart gegen die grellen Fernsehbilder der Hypershow aus Kiew gesetzt, spürt der Regisseur in dieser abgelegenen Region der europäischen Idee nach und findet seinen persönlichen Eurovisions-Sieger in der taubstummen Anna, der letzten Bewohnerin eines aufgegebenen Dorfes in den Bergen. In der Schlusszene übersetzt sie das Wort ,Dunkelheit' in ihre private Gebärdensprache: eine auf das Auge gedrückte Faust. Ein listiger Kommentar zur Zukunft Europas und des Fernsehens.
Anschl.:

It is Heard? (¿Se escucha?)
R: Marcel Czombos, Argentinien 2005, 53 min
Eine Familie mit mehreren Kindern reist mit einem Pferdekarren 120 Kilometer nach Chaco, der Hauptstadt der argentinischen Provinz Resistencia, der wohl ärmsten Region in Argentinien. Wer in Resistencia gestrandet ist, kam ohne Hoffnung und kann nichts erwarten, außer ein Stück Land zu besetzen. Dann kann man wenigstens solange in einer Wellblechhütte unterkriechen, bis die Polizei kommt und zu räumen versucht. Aber so wie die Bewohner dieser illegalen Siedlung ihre Würde nicht aufgegeben haben, so resignieren die beiden Regisseure Yoni und Marcel Czombos nicht vor der Trostlosigkeit ihres Sujets. Sie sind angetreten, ihren Protagonisten um jeden Preis Gehör zu verschaffen. In einer frechen Kombination aus fiktionalen und non-fiktionalen Sequenzen verwirbeln sie Realität und Wunsch, Rebellion und Wut miteinander, ohne dabei auf irgendwelche political correctness Rücksicht zu nehmen. Super-8-Aufnahmen finden ebenso Eingang wie Elemente aus Comics und Animationsfilmen. Neben einem Geologen, kommt ein - selbsternannter? - Experte zu Wort, ein Politiker wird düpiert und enttarnt. Nur die Bewohner selbst werden mit Respekt gezeichnet - ihre Herkunft, die Demütigungen, die sie erfahren, wenn sie in der Stadt Arbeit suchen, ihre Ängste, noch tiefer zu sinken. Doch dann, mitten während der Dreharbeiten schlägt das Leben selbst zurück. Ein Raubüberfall gefährdet das ganze Unterfangen.
(beide in der Festivalsektion Dok Internationales Programm)

Lief zuletzt im November 2006