Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 1.11.2006
    die naTo

At the Datcha / We'll Meet in the EurocampNa dzialce / Sejdeme se v Eurocampu

49. Internationales Leipziger Festival für Dok- und Animationsfilm

Polen bzw. Tschechien 2006/2005, 82 min

At the Datcha
(Na dzialce)
R: Thierry Paladino, Polen 2006, 26 min
So macht(e) der Osten Urlaub: Während im Betrieb die Frau weißbekittelt Präzisionsarbeit an der Maschine verrichtet und der gehörlose Mann Sackkarren schiebt, ist auf der Datsche er der Herr im Haus. Das freilich besteht aus mehr oder weniger stabil zusammengenagelten Papp- und Blechteilen, die nur durch beständigen aufopferungsvollen Einsatz von Vater und Sohn vor dem Einsturz bewahrt werden können. Außerdem muss das Auto bewegt werden - was das geballte Wissen des Heimwerkers erfordert. Eine konzertierte Aktion, die nur durch die fachgerechte Reparatur eines undefinierbaren Geräts, das sich später als Staubsauger entpuppen wird, gesteigert werden kann. Es folgen Dachrinne, Fernseher, Radioapparat, Kühlschrank, Räucherofen und immer wieder das Auto, das Auto, das Auto. Ein Urlaub auf der Datsche ist die letzte große Herausforderung unserer Zivilisation.
Die stille Beobachtung mit Slapstick-Elementen zeigt, wie der Osten so lange überleben konnte - was gleichzeitig wie ein Wunder erscheint.
anschl.:
We'll Meet in the Eurocamp
(Sejdeme se v Eurocampu)
R: Erika Hnikova, Tschechische Republik 2005, 56 min
Es gibt sie noch, diese wunderbaren kleinen Filme, die uns das Leben als Theaterstück vorführen, mit starken Charakteren und bewegenden Ereignissen. In diesem Fall ist die Bühne das tschechische Dorf Besiny. In der Reihenfolge ihres Auftritts: der Feuerwehrhauptmann (in Lieblingsuniform), der Leiter des Sportvereins (in Lieblingssportjacke), der Mann vom Jagdverband (mit Gewehr), der Bürgermeister (in Zivil). Und alle liegen über Kreuz miteinander. Warum das so ist, weiß niemand so genau. Aber wer Turner ist, geht nicht auf den Feuerwehrball, die Feuerwehr boykottiert den Jägerball und der Bürgermeister kommt sowieso nie. Überhaupt, der Bürgermeister! Zuerst hat er in Brüssel Gelder für ein Tagungszentrum locker gemacht, das Eurocamp dann aber drei Kilometer außerhalb des Dorfes gebaut. Gleichzeitig ging das einzige Gasthaus im Ort pleite. Seitdem kann man sich nirgends mehr treffen, weshalb Probleme auch nicht mehr geregelt werden können. Oder so ähnlich! Die Dialoge sind manchmal etwas verwirrend, die Konflikte bleiben verworren und der Bürgermeister formuliert geduldig Null-Sätze. Sicher ist nur, das es früher besser war. Das Eurocamp als Versprechen einer europäischen Zukunft jedenfalls erweist sich aus Sicht der Beteiligten als Blödsinn. Wenn man denn Schauspielern glauben darf.
(Sektion für beide: Dok Internationales Programm)

Lief zuletzt im November 2006