Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 heute morgen 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Meurtrières Meurtrières
  • Fr 24.11. 20:00
    die naTo
  • Sa 25.11. 20:00
    die naTo
  • So 26.11. 22:00
    die naTo

MeurtrièresMurderers

Französische Filmtage 2006

Frankreich 2006, OmeU, 100 min, Regie: Patrick Grandperret
mit Hande Kodja, Gianni Giardinelli, Anais de Courson, Shafik Ahmad, Céline Sallette

Nina fühlt sich schuldig am Tod ihres Vaters, Lizzy hat einfach das Leben satt. Beide sind 19, landen zufällig in der gleichen Psychiatrie bei La Rochelle, freunden sich an. Gemeinsam wieder lebensmutig, hauen sie aus der Klinik ab, per Anhalter, ohne wirkliches Ziel, immer nur auf der Suche nach Spaß, nach etwas Geld, nach der nächsten Dusche. Nicht nur Männer begegnen den beiden Streunerinnen voller Unverständnis. Männer aber sind es, die mehrfach eines klarstellen: Entweder zahlst du cash - oder mit deinem Körper. Stück um Stück wächst die Wut im Bauch, die schließlich ein Menschenleben kostet...
Die True-Crime-Geschichte, ursprünglich eine Zeitungsmeldung aus den Siebzigern, war lange vor THELMA UND LOUISE oder BAISE-MOI ein Lieblingsprojekt des Autors und Filmemachers Maurice Pialat (LOULOU). Auf Bitten seiner Witwe hat sich nun Pialat's ehemaliger Mitarbeiter Grandperret des Stoffes doch noch fürs Kino angenommen - und landete in der Certain-Regard-Sektion von Cannes dieses Jahr einen vieldiskutierten Überraschungserfolg. MEURTRIÈRES muß als Genrefilm einordnet werden: Wieder einmal wird die Freundschaft zweier (sehr früh) entwurzelter Außenseiterinnen zum Katalysator, deren Reise ins (hoffnungsvoll) Ungewisse bringt bittere Abenteuer, neue Traumata, und kulminiert in der tödlichen Entladung von Gewalt. Dank der grandiosen Hauptdarstellerinnen wird die sich allmählich aufstauende Agression geradezu physisch spürbar. Sogar als bizarrer (und sehr heutiger) Exkurs über eine aus jeglichen sozialen Kontexten gerissene Generation der jetzt knapp 20jährigen fesselt die Geschichte durchweg - und hallt lange nach. Im weiteren Sinn trifft insofern auch die knappe Formel: Mit leeren Taschen gehst du nicht weit - oder zu weit.

Lief zuletzt im November 2006