Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Das schlafende Kind Das schlafende Kind
  • Do 21.09. 22:00
    die naTo
  • Fr 22.09. 22:00
    die naTo
  • Sa 23.09. 22:00
    die naTo
  • So 24.09. 22:00
    die naTo
  • Di 26.09. 22:00
    die naTo
  • Mi 27.09. 22:00
    die naTo
  • Do 28.09. 20:00
    die naTo
  • 1.10.2006
    die naTo
  • 2.10.2006
    die naTo

Das schlafende KindL'enfant endormi

Leipzig-Premiere

Marokko 2004, OmU, 95 min, Regie: Yasmine Kassari
mit Mounia Osfour, Rachida Brakni, Aissa Abdessamie

Nicht nur für die Männer Marokkos ist der Alltag hart, wenn sie in Europa nach einem besseren Leben suchen. Auch für die in der kargen Wüste zurückgebliebenen Frauen. Die frisch verheiratete Zeinab (Mounia Osfour) wartet schwanger auf ihren Mann und beschliesst, ihren Fötus nach einem jahrhundertealten Brauch einschlafen zu lassen und so die Geburt zu verzögern - im Warten auf eine bessere Zukunft.
Zeinabs Hochzeit in der kleinen Siedlung mitten in der trockenen Einöde verläuft noch fröhlich. Doch es liegt bereits eine melancholische Stimmung über dem Fest, denn alle wissen, dass demnächst die Männer das Dorf in Richtung Spanien verlassen werden. Dort hoffen sie, Geld für ihre zurückgelassenen Familien zu verdienen.
Kurz nach der Abreise ihres Mannes merkt Zeinab, dass sie schwanger ist. Mehr auf Druck der autoritären Mutter als aus eigenem Antrieb entschliesst sie sich, den Fötus einschlafen zu lassen. Erst wenn ihr Mann wieder zurück nach Hause kommt, sollen sie das Kind gemeinsam auf die Welt bringen. Doch das Warten ist hart, nur ab und zu treffen einige spärliche Video-Botschaften der Männer aus dem Norden ein. Zeinab steht dabei immer tiefer im Konflikt zwischen der Mutter, die in der Siedlung das Sagen hat, und ihrer selbstbewussten Freundin Halima (Rachida Brakni), die sich gegen die starren Strukturen ihrer Welt auflehnt.
Die Filmemacherin Yasmine Kassari zeigt eindrucksvoll den Alltag der Frauen, die sich in einer Welt voller Armut, religiöser und traditioneller Riten sowie fester patriarchalischer Strukturen zurechtzufinden versuchen. Dabei ging sie das Risiko ein, die Geschichte mit Laiendarstellerinnen zu erzählen. Bis auf Rachida Brakni hatte noch keine der Akteurinnen und Akteure vor der Kamera gestanden. Für die ebenso behutsamen wie eindrucksvollen Bilder sorgte Giorgios Arvanitis, der langjährige Kameramann von Theo Angelopoulos.

Lief zuletzt im Oktober 2006