Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

The Crossing - Der Besuch
  • So 28.05. 13:00
    die naTo

The Crossing - Der Besuch

Filme zur Internationalen Studentischen Woche 2006

Niederlande/Deutschland 1999, OmU, 91 min, Regie: Nora Hoppe
mit Behrouz Vossoughi, Johan Leysen, Michael Israel

Eine Stadt im Morgengrauen. Bâbak schleicht träge und hustend durch die dunklen, menschenleeren Gassen. Sein Blick erzählt von Isolation und Hoffnungslosigkeit. Bâbak lebt als afghanischer Exilant seit 20 Jahren in einer Brüsseler Pension. An diesem Morgen betritt ein geheimnisvoller Fremder namens Sârbân die Küche. Im Laufe des Tages werden sich die beiden Männer mehrmals hier begegnen. Zwischenzeitlich wandern sie auf getrennten Wegen durch die Stadt: Bâbak in der Hoffnung, Geld für seine Unterkunft aufzutreiben, Sârbân auf der Suche nach einem ganz bestimmten Menschen. Die Gespräche in der Küche gewinnen an Intensität. Sârbân scheint alles über Bâbak zu wissen. Er zwingt sein Gegenüber zur Auseinandersetzung mit der verdrängten Vergangenheit und entschleiert allmählich die eigene mysteriöse Mission. Nora Hoppe führt in ihrem Spielfilmdebüt an den Abgrund menschlicher Verzweiflung. Sie zeichnet Bâbak als eine tote Existenz, die ihre Gefühle vergessen, ihre Schuld verdrängt und ihre Erinnerung unter einer 20 Jahre alten Kruste verborgen hat. Sârbân, die mysteriöse Engelsgestalt, hat die Aufgabe, diese Verkrustung zu durchbrechen und Bâbak aus seiner Lethargie zu befreien. Für diese Katharsis greift Hoppe nach den Regeln der klassischen Tragödie auf die Unterteilung der Handlung in fünf Akte zurück. Die Inszenierung zeugt bis ins kleinste Detail von beeindruckender, unkonventioneller Stilsicherheit: die ausgefeilten Dialoge, die symbolträchtige Bildsprache, das atmosphärische Spiel mit Licht, Schatten und optischen Verzerrungen, die patinagleiche grünlich graue Färbung der gesamten Szenerie, allmählich durchdrungen von übersinnlichen Erscheinungen, von halluzinatorischen Reflektionen der Realität, dazu die dezente, sphärische Musik - all das lenkt den Betrachter in eine Welt der Melancholie, der geschundenen Seele und der verborgenen Sehnsucht nach vergangenem Glück. Diese magischen Eindrücke werden begleitet und verstärkt durch das einfühlsame Spiel der brillanten Darsteller. Nora Hoppe, geboren 1954 in New York, lebt heute in Berlin.
In Kooperation mit dem Projekt oxuss.

Lief zuletzt im Mai 2006