Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

La Sarraz - 3 Filme von Dammbeck
  • 6.05.2006
    die naTo

La Sarraz - 3 Filme von Dammbeck

DDR/BRD , 100 min, Regie: Lutz Dammbeck

Im Rahmenprogramm der Ausstellung 40jahrevideokunst.
de:revision.ddr (Museum der Bildenden Künste Leipzig) laufen drei Filme des aus Leipzig stammenden Lutz Dammbeck (Jahrgang 1948), der sich im Anschluß mit Claus Löser (Brotfabrik / Berlin) und Dieter Daniels (HGB / Leipzig) unterhält. Es laufen:

Hommage á la Sarraz
Lutz Dammbeck, DDR 1981, ca. 12 min
1929 fand im schweizerischen Schloß La Sarraz der erste Kongress unabhängiger Filmemacher (u.a. Eisenstein, Tisse, Ruttmann Buñel, Montague) statt. Ein
einzigartiger Versuch der damiligen europäischen Filmavantgarde gemeinsam Konzepte gegen den kommerziellen bürgerlichen Film zu entwickeln. In den Kongresspausen drehen sie den improvisierten Film »Die Erstürmung von La Sarraz. Der Kampf des unabhängigen Films gegen den kommerziellen Film«. Für Dammbeck war es Anlaß, einen nach Außen abgeschlossenen Arbeits- und Erinnerungsraum zu montieren, ein fiktives Utopia »La Sarraz«, in dem er seine künstlerischen Mittel ausprobiert und mit Künstlerfreunden
Rollenmodelle durchspielt: Ich mit Freunden als klassische Avantgarde, als Mitglieder der Reichsfilmkammer 1942, als »entartete Künstler« oder »jüdischer
Untermensch«.

Dürers Erben
Lutz Dammbeck, BRD 1996, Dok, 57 min
Im Zentrum steht ein Gruppenbild, entstanden Anfang der 60er Jahre in Leipzig; zu dieser Zeit das Experimentier- und Versuchsfeld für einen »neuen deutschen Realismus« unter sozialistischen Vorzeichen. Was verbindet die auf dem Bild gezeigten Begründer der »Leipziger Malerschule« und späteren Malerfürsten Tübke oder Heisig mit dem heute unbekannten Maler Heinrich Witz? Neben diesen treten auf: »Dürer als Führer«, Cesare Lombroso, Alfred Kurella, Salvador Dalí, die Formalismusdebatte der 50er Jahre, Rock 19n 19Roll und der malende Affe Pablo.

1. Leipziger Herbstsalon
Lutz Dammbeck, DDR 1984, 15 min, Welturaufführung

Im Sommer des Jahres 1984 treffen sich sechs junge Leipziger Maler, um über ein ungewöhnliches Ausstellungsvorhabenzu beraten. Acht Jahre zuvor war ihr
programmatischer Versuch, mit dem intermedialen Ausstellungskonzept »Tangente 1« in den Ausstellungsräumen der Leipzig-Information am Sachsenplatz die staatlich verkündete »Weite und Vielfalt« beim Wortzu nehmen, drehbuchreif zur Strecke gebracht worden.
Nun mieten sie mit einem Trick eines der großenMessehäuser am zentralsten Punkt der Stadt, um dort eine selbstkuratierte und unzensierte Ausstellung zu machen.
Der Titel ist programmatisch und ironisch zugleich:»1. Leipziger Herbstsalon«, in Anspielung auf Herwarth Waldens Ausstellung im Jahr 1913. Die Ausstellung soll auch zeigen, daß in Leipzig neben der sogenannten Leipziger Schule und ihrer Tradition in den letzten Jahren eine andere Kunst herangewachsen ist, die interdisziplinär und multimedial ist. Der Trick gelingt und so sehen in knapp vier Wochen fast 10.000 Menschen diese Ausstellung!

Lief zuletzt im Mai 2006